Inselnotizen
Luftaufnahme der Nordküste Sansibars: türkisfarbenes Wasser, weißer Sandstrand und Strandhotels im warmen Abendlicht
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Kendwa oder Nungwi: Wo übernachtet man im Norden Sansibars?

4November

Der Norden Sansibars soll es sein? Gute Wahl – hier trifft das berühmte türkise Wasser auf Sonnenuntergänge über dem Meer. Bleibt nur die Frage: Kendwa oder Nungwi? Die beiden Strände liegen nur wenige Kilometer auseinander an derselben Küste und fühlen sich trotzdem ganz unterschiedlich an. Hier unser ehrlicher, zugegeben leicht parteiischer Guide (wir wohnen schließlich in Kendwa) – damit ihr diese Nuss knacken könnt.

Die Kurzfassung

  • Nungwi, wenn ihr Trubel mögt: viele Restaurants, Strandbars, Tauchschulen und ein echtes Dorf mit Fischer-Dhaus und Geschichte direkt vor der Tür.
  • Kendwa, wenn ihr einen breiten, ruhigeren Strand wollt, an dem man fast zu jeder Tageszeit schwimmen kann – und nur einmal im Monat richtig gefeiert wird.

Das Beste: Beide liegen so nah beieinander, dass ihr problemlos beides genießen könnt.

Gezeiten: das, was euch keiner verrät

Ebbe und Flut sind auf Sansibar heftig. An vielen Stränden, vor allem an der Ostküste, zieht sich das Meer bei Ebbe so weit zurück, dass stundenlang kein Baden möglich ist.

Der Norden ist die Ausnahme. In Kendwa fällt der Meeresboden schnell ab, sodass man fast zu jeder Tageszeit schwimmen kann, egal was die Gezeiten machen. Auch in Nungwi kann man meist den Großteil des Tages baden, bei Ebbe zieht sich das Meer dort aber weiter zurück und lässt breitere Sandflächen und flache Stellen frei – vor allem rund um Ras Nungwi, die Nordspitze der Insel, und auf der Ostseite. Perfekt für lange Strandspaziergänge, weniger perfekt, wenn ihr genau dann ins Wasser wolltet.

Tipp: Schaut vor euren Strandtagen kurz in eine Gezeitentabelle – egal, wo ihr wohnt.

Stimmung und Nachtleben

Nungwi war früher ein Backpacker-Geheimtipp und ist heute eines der belebtesten Strandgebiete Sansibars, mit Hotels, Hostels, Bars und Restaurants entlang der Küste. Viele Lokale haben lange offen, besonders am Wochenende, und es kann voll werden. Strandverkäufer mit Touren und Souvenirs bleiben gern hartnäckig – ein freundliches „hapana, asante“ (nein, danke) hilft.

Kendwa ist entspannter. Der Strand ist breit, die Resorts sind dezenter, und abends geht es eher um den Sundowner als um die Tanzfläche. Die große Ausnahme ist die bekannte Full Moon Party im Kendwa Rocks, zu der etwa einmal im Monat Leute von der ganzen Insel kommen. Die nächsten Termine: 21. November, 25. Dezember und eine Silvesterparty am 31. Dezember 2026. Ihr feiert gern? Plant euren Aufenthalt danach. Ihr braucht euren Schlaf? Plant ihn ebenfalls danach. 😉 (Die Termine für 2027 gibt es in unserem Vollmond-Artikel.)

Wohnt in Kendwa, schwimmt bei jeder Tide und schaut in Nungwi vorbei, wenn euch nach Trubel ist.

Sonnenuntergänge

Beide Strände blicken nach Westen, und beide liefern Sonnenuntergänge, bei denen alle gleichzeitig zum Handy greifen. Von Kendwa schaut ihr übers Meer auf die kleinen Inseln vor der Küste, darunter Tumbatu. Unser Rat: am späten Nachmittag ab in den Sand, Platz suchen, den Rest macht der Himmel.

Menschen als Silhouetten am Strand von Kendwa unter einem Palmwedel bei Sonnenuntergang, mit einer Dhau am Horizont

Was man in Nungwi unternehmen kann

Auch wenn ihr in Kendwa wohnt, lohnt sich ein Nachmittag in Nungwi:

  • Dhau-Bauer: Nungwi ist seit jeher ein Fischer- und Bootsbauerdorf. Noch heute bauen Handwerker die hölzernen Dhaus von Hand am Strand, und in der Dämmerung fahren die Boote zum Nachtfischen hinaus.
  • Leuchtturm Ras Nungwi: Der älteste Leuchtturm der Insel aus den 1880er-Jahren steht an der Nordspitze. Besichtigen kann man ihn nicht, aber der Blick von außen ist toll.
  • Schildkröten-Lagune Mnarani: ein Naturschutzprojekt der Gemeinde, das verletzte Meeresschildkröten in einer natürlichen Gezeitenlagune pflegt, mit Brutstation für Grüne Meeresschildkröten.
  • Tauchen und Schnorcheln: In Nungwi gibt es mehrere Tauchbasen, und Bootstouren fahren zum Mnemba-Atoll, das als bester Schnorchel- und Tauchspot Sansibars gilt – oft mit Delfinen unterwegs.

Anreise

Die Nordküste liegt rund 60 km von Stone Town und dem Flughafen entfernt. Von Stone Town nach Nungwi solltet ihr mit dem Auto etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen, vom Flughafen nach Kendwa etwa 1,5 Stunden. Auf Wunsch organisieren wir ein Taxi vom Flughafen Sansibar für USD 50. Kendwa und Nungwi liegen nur eine kurze Fahrt auseinander – und wachsen jedes Jahr weiter zusammen –, und bei Ebbe spazieren viele einfach am Strand von einem Ort zum anderen.

Und wo passt Cocohut Zanzibar ins Bild?

Wir sind ein kleines Gästehaus in Kendwa, etwa 600 m (8–12 Minuten zu Fuß) vom Kendwa Beach – nah genug für das Bad am Morgen, weit genug weg für ruhigen Schlaf in der Vollmondnacht. Ganz ehrlich: Wir liegen nicht direkt am Sand, sondern mitten im Ort.

Noch ein ehrlicher Tipp: Stromausfälle sind auf Sansibar sehr häufig. Wir sind komplett netzunabhängig und laufen mit Solarstrom und Batteriespeicher – Licht, Ventilator und WLAN laufen also weiter, wenn in der Nachbarschaft die Lichter ausgehen.

Dafür bekommt ihr vier geräumige Zimmer mit eigenem Bad und Regendusche, Klimaanlage und Ventilator, Kingsize-Bett, Schreibtisch und kostenlosem WLAN, dazu eine voll ausgestattete Gemeinschaftsküche, eine Lounge und eine kleine Gartenecke zum Chillen. Ab dem 1. Dezember 2026 öffnet unser zweites Haus, Cocohut Zanzibar II, mit fünf weiteren Zimmern. Unser Gastgeber Maso und das Team helfen gern mit Tipps zu Nungwi, den Schildkröten oder dem besten Sunset-Spot.

Ein Cocohut-Zimmer mit geflochtenen Hängelampen und strukturierten Kissen auf einem Kingsize-Bett
Quellen